Wie oft darf man Blut spenden?
Sofern der Spender sich wohl fühlt und die medizinischen Abklärungen positiv verlaufen, empfehlen wir die Vollblutspende (450ml) wie folgt:
Männer viermal im Jahr
Frauen dreimal im Jahr
Bis zweimal im Monat kann Blutplasma gespendet werden (600ml)

Wo und wann kann man Blut spenden?
Die Blutspendedienst SRK Bern AG betreibt im Kanton Bern fünf Blutspendezentren in Bern, Biel, Burgdorf, Langenthal und Thun und zusätzlich das Apheresezentrum im Inselspital Bern. Bei den rund 440 mobilen Blutspendeaktionen jährlich bestehen weitere Möglichkeiten, Blut zu spenden. Die Termine finden Sie hier ».

Was muss man vor der Blutspende beachten?
Zur optimalen Vorbereitung auf die Blutspende ist es wichtig, genügend zu trinken (mindestens 1 bis 1,5 Liter) und ausgeruht zu sein. Zudem sollte man einen Tag vor der Blutspende keine allzu fetthaltigen Speisen mehr einnehmen, dies hat Einfluss auf die Qualität des Plasmas. Spenden Sie aber auch nicht auf leeren Magen. Wir empfehlen Ihnen einen kleinen Imbiss und Fruchtsäfte. Vor der ersten Blutspende ist es zudem wichtig, genügend Zeit (mind. 1 Stunde) einzuberechnen. Bitte beachten Sie die Dauer der jeweiligen Blutspendeaktionen und die Öffnungszeiten der Zentren.

Was muss man nach der Blutspende beachten?
Nach der Blutspende ist es wichtig, viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird. Ebenfalls sollte zur Stärkung etwas Kleines gegessen, sowie eine Ruhepause von mindestens 10 Minuten eingehalten werden, um den Körper zu entlasten. Wir empfehlen zudem keine grossen körperlichen Anstrengungen nach der Spende.

Apheresespende, was ist das genau?
Bei der Apheresespende wird das Blut während der Spende maschinell in seine Bestandteile zerlegt. Bestandteile, welche nicht für die Spende verwendet werden, werden im gleichen Arbeitsgang direkt wieder in den Körper geleitet. Der Körper hat so weniger lang, um sich zu regenerieren; deshalb ist es möglich, die Apheresespende bis zu 25-mal im Jahr zu leisten. Dieser Spendevorgang dauert ca. 1 bis 2 Stunden.

Was geschieht mit meinem Blut nach der Spende?
Nachdem das Blut (460 ml) in den Blutbeutel gelangt ist, wird es vom Chauffeur in den Hauptsitz gefahren. Dort werden die Beutel in der Verarbeitung in je ein Konzentrat aus roten Blutkörperchen und Plasma weiterverarbeitet. Bis zur Verwendung im Spital werden die Produkte im Lager des Blutspendedienstes gelagert. Die abgenommenen Röhrchen werden in unseren Labors auf Blutgruppe und Rhesusfaktor getestet. Ausserdem werden diverse Tests (HIV, Hepatitis B und C und Syphilis) auf Infektionserreger und Antikörper durchgeführt.

Wie lange dauert es, bis das Blut wieder nachgebildet ist?
Der Verlust des abgenommenen Blutvolumens von 460 ml ist schnell wieder ausgeglichen. Die Nachbildung der weissen Blutkörperchen, welche für die Abwehr von Krankheitskeimen zuständig sind, und der Blutflüssigkeit, des sogenannten Plasmas, geschieht innert einem Tag. Bei den roten Blutkörperchen dauert es etwa 3 bis 6 Wochen. Während der Erneuerungsphase ist die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt.

Warum besteht nach einer medizinischen Behandlung manchmal eine lange Wartezeit, bis wieder Blut gespendet werden darf?
Nach bestimmten medizinischen Behandlungen besteht ein erhöhtes Risiko, Krankheiten durch die Spende zu Übertragen. Unsere Aufgabe ist es, die grösstmögliche Sicherheit für Spender und Empfänger zu gewährleisten.

Wie lange muss man nach einer Impfung warten, bis wieder Blut gespendet werden kann? 

  • Bei einer Impfung mit Totvakzinen (es werden nur die Antikörper geimpft) beträgt die Wartezeit 48 Stunden. Folgende Impfungen sind Totvakzine: Grippe, HPV (Humanes Papillomavirus), Poliomyelitis parenteral (Salk), Starrkrampf, Zeckenimpfung und Hepatitis B. Hepatitis B bildet hier die Ausnahme: Die Wartezeit beträgt 1 Woche.
  • Bei den Impfungen mit Lebendvakzinen (es werden abgeschwächte Erreger geimpft) ist die Wartezeit für einen Monat. Folgende Impfungen sind Lebendvakzine: Masern-Mumps-Röteln, Poliomyelitis oral (Sabin) und Varizellen.
  • Bei Impfungen nach Expositionen kann erst 12 Monate später gespendet werden; dabei handelt es sich um eine Impfung, die nach einem bestimmten Ereignis gemacht wird (z.B. nach einem Hundebiss wird Starrkrampf geimpft).

Bei hier nicht erwähnten Impfungen geben wir Ihnen gerne telefonisch über die Gratisnummer 0800 80 30 60 Auskunft.

Übertragbarkeit von Krankheiten durch Blut
Durch die Bluttransfusion können gefährliche Krankheiten auf andere Menschen übertragen werden. Deshalb muss sich jeder Spender der grossen Verantwortung bewusst sein, die er für den Empfänger seines Blutes trägt. Vor jeder Blutspende weisen deshalb ein Fragebogen und ein Informationsblatt auf diese Verantwortung der Spendewilligen hin. Wir sind uns bewusst, dass diese Fragen auch die Privatsphäre der Spenderinnen und Spender tangieren. Im Interesse einer optimalen Sicher­heit für den Blutempfänger sind sie jedoch unumgänglich. Es ist entscheidend, dass Sie den Fragebogen wahrheitsgetreu ausfüllen und sich im Zweifelsfall an das medizinische Fachpersonal wenden. Diskretion ist in jeder Hinsicht selbstverständlich, die Angestellten der Blutspendedienste unterstehen dem Arztgeheimnis.

Welche Tests werden gemacht?
Nach der Blutentnahme werden im Labor die Blutgruppe und der Rhesusfaktor getestet. Das Blut wird auf verschiedene Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis) untersucht. Dies geschieht mittels Antikörper- und Direktnachweistests.

Wird man benachrichtigt, wenn im Blut etwas nicht Normales festgestellt wird?
Wird im gespendeten Blut ein abweichendes Resultat festgestellt, werden zuerst Bestätigungstests gemacht. Erst wenn diese das eindeutige Ergebnis liefern, wird man innert max. 10 Tagen von einer Spendeärztin informiert.

Was versteht man unter «Risikosituationen»?
Die Statistik zeigt, dass das Risiko für eine Ansteckung mit gefährlichen Infektionskrankheiten bei Menschen in bestimmten Lebenssituationen deutlich erhöht ist. Um eine grösstmögliche Sicherheit für Blutempfänger zu gewährleisten, erkundigen wir uns bei den Blutspendern nach diesen bestimmten Lebenssituationen. Dazu gehören:

  • Sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern
  • Sexuelle Kontakte mit einem Partner / einer Partnerin, den / die man seit weniger als sechs Monaten kennt
  • Sexuelle Kontakte zwischen Männern
  • Gewerbsmässige Prostitution
  • Spritzen von Drogen
  • Sexuelle Beziehungen zu Personen aus einer oben erwähnten Risikosituation
  • Sexuelle Beziehungen zu Personen die mit dem HI-Virus infiziert sind, die an AIDS, Syphilis, Hepatitis B oder C erkrankt sind

Der Blutspendedienst Bern verbindet mit den hier aufgeführten Risikosituationen keinerlei Werturteile.

Warum muss man nach Reisen mit der Blutspende warten?
Je nachdem, wohin man in die Ferien reist, gibt es erhöhte Risiken auf verschiedene Krankheiten, wie Malaria oder Ähnliches. Von der Infektion bis zur Nachweisbarkeit solcher Krankheiten können Wochen vergehen. Würde man nach einer Reise direkt Blut spenden, wäre das Risiko der Übertragung auf den Blutempfänger erhöht.

Reisen in Malariagebiete
Eine Malaria-Ansteckung kann auch Monate nach der Rückkehr aus den Tropen unerkannt bleiben, das Blut des betreffenden Menschen aber würde die Malaria auf den Empfänger übertragen. Die Folgen können tödlich sein. Aus diesem Grund darf man nach Reisen in Malariagebiete während der darauffolgenden sechs Monate nicht Blut spenden. In der rechten Spalte finden Sie einen weiterführenden Link.

Was ist Q-Plasma?
Q-Plasma bedeutet quarantänegelagertes Plasma. Das Plasma aus Vollblut- oder Apheresespenden wird nach der Entnahme bei minus 30 Grad Celsius eingefroren und quarantänegelagert. Das gelagerte Plasma wird erst freigegeben, wenn der Spender nach 4 Monaten eine Folgespende geleistet hat und die Infektionsmarkerresultate erneut negativ sind. Mit diesem Verfahren wird eine grösstmögliche Sicherheit für die Patienten gewährleistet.

Wieso muss der Fragebogen erst am Tag der Spende ausgefüllt werden?
Der Gesundheitszustand und die möglichen Risiken (wie Medikamenteinnahmen oder anderes) müssen tagesaktuell mitgeteilt werden, damit für den Blutempfänger die grösstmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann.

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Tropenkrankheiten (PDF, 130 KB)